01 · Varianten
Ausbau oder Zubau nur in einer Variante abbilden
Bei einer Sanierung wird häufig ein bisher unbeheizter Bereich ausgebaut – typischerweise das Dachgeschoss – oder ein Anbau ergänzt. Der Bereich wird damit Teil der thermischen Hüllfläche, aber eben nur in der Variante, nicht im Ist-Zustand. Der Weg dorthin führt über einen Umweg: Sie zeichnen den geplanten Zustand zuerst, erstellen daraus die Variante und bauen das Modell danach wieder zurück.
Der Grund für diese Reihenfolge liegt in der Programmlogik. Eine Variante entsteht als Kopie der Eingaben, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung vorliegen. Was zu diesem Zeitpunkt nicht als beheiztes Bauteil erfasst ist, kommt in der Variante auch nicht an.
Ablauf für einen Dachausbau in vier Schritten
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Schritt |
Was Sie tun |
Worauf es ankommt |
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1. Zeichnen |
Das Gebäude inklusive des ausgebauten und beheizten Dachgeschosses in HottCAD zeichnen. |
Es entsteht bewusst zunächst der geplante, nicht der heutige Zustand. |
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2. Übernehmen |
Das Gebäude in den Energieberater übernehmen, und zwar in Form „aller Einzelbauteile“. |
Nur so bleibt jedes Bauteil einzeln ansprechbar. Zusammengefasste Bauteile erschweren den späteren Abgleich. |
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3. Variante erstellen |
Direkt anschließend die gewünschte Variante anlegen. |
Der Ausbau ist damit in der Variante enthalten – ohne dass Sie ihn dort nachtragen müssen. |
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4. Zurückbauen |
Im HottCAD-Modell den ausgebauten Bereich wieder auf unbeheizt setzen. |
Der Ist-Zustand zeigt jetzt korrekt das Gebäude ohne Ausbau, die Variante mit. |
Der häufigste Fehler
Der Raum darf in Schritt 4 nicht gelöscht werden. Er wird ausschließlich auf unbeheizt gesetzt. Wird er gelöscht, verlieren die zugehörigen Bauteile ihre Zuordnung und werden anschließend nicht mehr korrekt erkannt – die Variante bleibt dann unvollständig, obwohl sie vorher richtig aussah.
In der Variante gibt es keinen Zugriff auf das HottCAD-Modell
Das ist der zweite Punkt, der in Supportgesprächen oft überrascht: Innerhalb einer Variante besteht kein direkter Zugriff mehr auf das HottCAD-Modell. Änderungen an Bauteilen sind dort nur noch tabellarisch im Energieberater möglich, in der Bauteiltabelle unter „Bauteile ? U-Werte“. Wer die Geometrie zeichnerisch ändern möchte, arbeitet deshalb immer im Ist-Zustand und überträgt das Ergebnis anschließend über den Varianten-Abgleich. Wenn Sie diesen Workflow von Grund auf aufbauen möchten, lohnt ein Blick auf die Weiterbildungsformate der Hottgenroth Akademie.
Alternative bei rein tabellarischer Erfassung
Wurde das Gebäude ausschließlich tabellarisch erfasst und existiert kein HottCAD-Modell, entfällt der Umweg über das Zeichnen. Die neuen Bauteile lassen sich in diesem Fall über die Schaltfläche „Anhängen“ ergänzen. Wichtig dabei: Das Volumen wird nicht automatisch mitgeführt und muss manuell berechnet und angepasst werden.
Quelle: FAQ „Ausbau / Zubau innerhalb einer Variante“ im HilfeCenter.
02 · Beheizungsart
Mitbeheizte Räume: Wärme ohne eigene Heizfläche
Ein mitbeheizter Raum liegt innerhalb der thermischen Hülle, besitzt aber keine eigene Heizfläche – also weder Heizkörper noch Fußbodenheizung. Er wird passiv über die Wärmeübertragung aus den angrenzenden beheizten Räumen auf Temperatur gehalten. Der klassische Fall ist der innenliegende Flur.
In HottCAD kennzeichnen Sie solche Räume über das Drop-down-Menü der Beheizungsart als „mitbeheizt“. Damit wird der Raum in der Berechnung berücksichtigt, ohne dass ihm eine eigene Heizfläche zugeordnet werden muss. Die tatsächliche Nutzungssituation lässt sich so normgerecht abbilden, statt sie über einen Hilfskonstrukt-Heizkörper zu erzwingen.
Der Unterschied zu „unbeheizt“ ist rechnerisch erheblich
Beide Einstellungen bedeuten „kein Heizkörper in diesem Raum“ – rechnerisch sind sie aber nicht dasselbe. Ein unbeheizter Raum liegt außerhalb der beheizten Zone; die angrenzenden Bauteile werden als Bauteile zu unbeheizten Bereichen bewertet. Ein mitbeheizter Raum bleibt Teil der beheizten Zone. Wer einen Flur als unbeheizt kennzeichnet, verändert damit unbeabsichtigt die Hüllflächenbewertung der Wände ringsum.
In der Heizlastberechnung werden mitbeheizte Räume ab Version 8.0 gesondert berücksichtigt. Prüfen Sie deshalb bei älteren Projekten, mit welcher Programmversion sie ursprünglich gerechnet wurden, bevor Sie Ergebnisse miteinander vergleichen.
Quelle: Dokumentation „Bewertung mitbeheizter Räume in der Heizlastberechnung“.
03 · Raumerfassung
Flächen und Volumina entstehen aus den gezeichneten Räumen
Die Berechnung von Flächen und Volumina erfolgt auf Basis der gezeichneten Räume – nicht auf Basis der Wände. Deshalb müssen Räume exakt an Innen- und Außenwände sowie an angrenzende Räume anschließen, sofern zwischen ihnen kein trennendes Bauteil liegt. Aus dieser Geometrie leitet die Software anschließend automatisch die Volumina und Flächen nach DIN V 18599 und weiteren Normen ab.
Wenn eine Berechnung ohne erkennbaren Grund nicht durchläuft oder Flächen mit Null ausgewiesen werden, liegt die Ursache fast immer in der Raumgeometrie. Drei Fehlerbilder treten dabei besonders häufig auf:
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Überlappende Räume. Zwei Raumpolygone teilen sich eine Fläche. Das Volumen ist damit nicht eindeutig bestimmbar.
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Über die Wand hinausreichende Polygone. Der Raum ragt in oder über das Wandbauteil hinaus. Die Zuordnung zwischen Raum und Bauteil wird dadurch unklar.
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Kleine Lücken zum Nachbarbauteil. Auch ein Spalt von wenigen Millimetern genügt, damit ein Raum nicht als geschlossen erkannt wird – und im Grundriss ist er praktisch nicht zu sehen.
Statt die Kanten von Hand zu treffen, empfehlen wir die Funktion „Raum-Automatik“: Sie richtet die Raumpolygone präzise an den Wandkanten aus. Das erspart genau die Millimeterarbeit, die die drei Fehlerbilder oben verursacht. Diese Empfehlung stammt aus der täglichen Supportpraxis; eine öffentliche Dokumentationsseite dazu gibt es derzeit nicht.
Perspektivisch nimmt Ihnen die Software einen Teil dieser Arbeit ab: Wie KI-gestützte Gebäudeerfassung aus Grundrissbildern und Scandaten direkt verwertbare Raumstrukturen ableitet, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
04 · Häufige Fragen
Häufige Rückfragen zu diesen drei Themen
Ich habe den Raum gelöscht statt auf unbeheizt zu setzen – was jetzt?
Die Bauteile des gelöschten Raums lassen sich nicht mehr zuverlässig zuordnen. Der saubere Weg ist, den Raum in HottCAD wieder anzulegen, auf unbeheizt zu setzen und den Ist-Zustand anschließend über den Varianten-Abgleich erneut in die betroffenen Varianten zu übertragen. Prüfen Sie danach in der Bauteiltabelle, ob alle erwarteten Bauteile wieder vorhanden sind.
Muss ich einen Flur ohne Heizkörper zwingend als mitbeheizt kennzeichnen?
Zwingend ist es nicht, aber sachlich richtig, wenn der Raum innerhalb der thermischen Hülle liegt und über die Nachbarräume auf Temperatur kommt. Die Alternative „unbeheizt“ verschiebt die Bewertung der umgebenden Bauteile und führt bei einem innenliegenden Flur zu einem Ergebnis, das die tatsächliche Situation nicht abbildet.
Warum werden bei mir keine Flächen und Volumina ermittelt?
In den meisten Fällen ist ein Raum nicht geschlossen oder überlappt ein Nachbarbauteil. Kontrollieren Sie die betroffenen Geschosse auf Überlappungen, über die Wand hinausreichende Raumpolygone und feine Lücken zu angrenzenden Räumen. Die „Raum-Automatik“ richtet die Polygone an den Wandkanten aus und beseitigt diese Ursachen in einem Schritt.